Die vielen interessanten Vorträge zu umgesetzten Industrieprojekten sind sehr wertvolle Inputs für die eigene Arbeit. Auch die Konzentration so vieler Fachexperten an einem Ort ermöglicht die Diskussion und vielfach Klärung aktueller Fragestellungen.

DI Dr. Christoph Lutz, Leiter Engineering Services, Julius Blum GmbH, Höchst, Österreich

DSAK 2018 – Kunde, Produkt und Fertigung automatisiert verbunden

 

Mit industrienahen Lösungen zur durchgängigen Prozessautomatisierung hat sich die Lino GmbH längst einen Namen gemacht. Kein Wunder, dass zur hauseigenen Design und Sales Automation Konferenz (Abk.: DSAK) am 6. und 7. Juni 2018 wieder über einhundert internationale Anwender, Entscheider und Experten im Mainzer Hotel Hilton zusammenkamen – für zwei Tage „Leading Innovation“.

Wenn die Lino GmbH zur DSAK lädt, versammeln sich Branchenpioniere – vom Hidden Champion bis zum global aufgestellten Konzern. Auch im Jahr 2018 erwartete sie eine höchst informative Konferenz mit anschaulichen Vorträgen, praxisnahen Workshops und viel Gelegenheit, sich intensiv auszutauschen. Das gemeinsame Interesse: Wege aufzeigen, wie sich die Prozesse vom Vertrieb über die Projektierung bis zur Konzeption und Fertigung mithilfe von integrierten Softwarelösungen automatisieren lassen. Das gemeinsame Ziel: den Kunden mit verschlankten Geschäftsprozessen innovative und hochvariable Produkte anzubieten – bei minimierten Fehlern, gesenkten Kosten und in steigender Produktqualität.

Lino Partner geben Einblicke

Die Chance, alle relevanten Anbieter aus dem Lino-Universum an einem Ort zu treffen und in deren Keynotes Hintergründe zu erfahren, lockte viele Besucher. So sprach Gian Paolo Bassi, der CEO von Dassault Systèmes Solidworks darüber, dass der unternehmerische Ansatz, Kosten zu senken, nicht mehr weit genug reiche. Stattdessen müsse es darum gehen, individualisierte und innovative Produkte anzubieten und so neue Werte zu schaffen. Dabei sei Geschwindigkeit ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Mit der 3D-CAD-Software von Solidworks, den Lösungen von Tacton und von Lino erhalten Unternehmen wichtige Werkzeuge, um solche Produkte im richtigen Moment auf den Markt zu bringen, so Bassi.

In eine ähnliche Richtung argumentierte auch der CEO von Tacton Systems AB, Frederic Laziou: Durch die Globalisierung sei es fast unmöglich geworden, über den Preis zu konkurrieren. Vielmehr sollten Unternehmen den Wert ihrer Produkte betonen. Und dieser lasse sich bei radikaler Kundenorientierung – und entsprechender Individualisierung – sehr gut argumentieren. Aber der Variantenreichtum sei nur handhabbar und bezahlbar, wenn er auf einer umfassend integrierten Konfigurationslösung basiert, erläuterte Frederic Laziou.

Erfolgsrezepte aus der Praxis

Lino-Experten betonten in ihren Fachvorträgen die ganze Bandbreite der Automatisierungspotenziale – von der Design Automation bis zur Sales Automation. So demonstrierte Heinz Ondracek, wie sich Standardisierungsprozesse in der Projektierung und Konstruktion evolutionär ändern. Ausgehend von konkreten Kundenanforderungen lassen sich angepasste Normteile so modularisieren, dass sie über eine regelbasierte Variantenkonfiguration zu völlig neuen Layouts führen. Im Bereich Sales Automation zeigte Andreas Hartmann das Zusammenspiel der integrierten Softwarelösungen von Lino, DS Solidworks und Tacton: Solidworks®, Tacton Design Automation®, Tacton TCsite® und Lino® 3D web ermöglichen eine durchgehende Vertriebsautomatisierung – sowohl im Innendienst als auch im Außendienst. Denn jede Prozessstufe greift auf ein zentrales Konfigurationsmodell zurück und die identischen 3D-CAD-Daten kommen immer wieder zum Einsatz. So lassen sich fehlerfreie Angebote per Knopfdruck auch für komplexe Produkte erstellen.

Habermaass GmbH

Viele Veranstaltungsbesucher interessiert besonders die Anwenderperspektive. Auch in diesem Jahr erlaubten namhafte Unternehmen Einblick in ihre Prozesse und den Softwareeinsatz. Beispielsweise der Spielwarenhersteller Habermaass GmbH, der unter der Marke HABA® künftig auch Lino® 3D web zur Produktion von Möbeln und Spielplätzen nutzt. Bislang musste HABA die Daten aus Solidworks gleich fünffach anlegen und pflegen: in 2D für die Konstruktion und die Fertigung, in 3D für den Vertrieb und parallel noch im ERP und dem MES. Das erklärte Ziel ist es, einmal erzeugte Daten mehrfach und ohne Medienbrüche zu verwenden. Mit in die bestehende Systemlandschaft integrierten Lösungen, wird das möglich – bis hin zum Webshop, wo die Produktkonfiguration und -präsentation in einer 3D-Visualisierung abläuft, inklusive AR- und VR-Technologie. So lassen sich Neuheiten schneller demonstrieren und umsetzen und alle Abteilungen profitieren von korrekten und aktuellen Datensätzen.

ORBUS LLC Exhibit & Display Group

Auch für die amerikanischen Messebauer von ORBUS LLC spielt Visualisierung eine große Rolle. In ihrem Fall ist es die Möglichkeit, regelbasierte Layouts in kürzester Zeit zu erstellen und zu präsentieren. Denn Zeit ist in ihrer Branche ein kritischer Faktor: Viele Aufträge kommen erst wenige Tage vor einem Messetermin und die Kunden erwarten zügig umsetzbare Designs. Mit der Aufstellplanung über Lino® 3D layout, können die ORBUS-Kreativen bis zu drei Standdesigns am Tag erstellen. Der besondere Clou dabei: Die Mitarbeiter müssen sich keine Namen der über 2.500 Komponenten merken oder Kombinationsmöglichkeiten von Modulen und Elementen kennen. Denn die Lino-Bibliothek und das Regelwerk sorgen automatisiert dafür, dass ausschließlich realisierbare Designs entstehen. Davon profitieren auch die Monteure, die sich auf die mitgelieferten Montagepläne vollkommen verlassen können.

SEW-Eurodrive GmbH & Co KG

Mit SEW-Eurodrive startete Lino im letzten Jahr ein Pilotprojekt. Das Ziel: In einer umfassenden Prozessstrategie die Wertschöpfungskette neu denken. Für Hubert Ermel, Leiter Innovation Services bei SEW, ist die durchgängige Prozessautomatisierung dabei ein zentraler Baustein. Denn bislang verschlingt die extrem heterogen gewachsene IT-Landschaft enorme Ressourcen. Daten aus dem Engineering werden vielfach redundant vorgehalten und gepflegt und ohne eine durchgängige Produktstruktur und Klassifikation führen schon kleinen Variantenänderungen zu großem Aufwand. Für das Pilotprojekt wurde ein reales, neuentwickeltes Getriebe ausgewählt. An diesem soll künftig der Gesamtprozess zwischen Konstruktion mit Solidworks und Tacton Design Automation und Vertriebskonfiguration über Lino 3D web durchgespielt werden. Hubert Ermel ist nicht zuletzt angetan davon, wie flexibel Lino bei der Integration in die vorhandene IT-Struktur ist – über zahlreiche Schnittstellen vom PLM über das ERP bis zu einem Excel-Ad-In für Lino 3D web.

Lorenz Hasenbach GmbH u. Co. KG / SOMIC Verpackungsmaschinen GmbH / ZERMEC GmbH

Die Lino DSAK 2018 präsentierte ihren Besuchern aber auch noch weitere Anwendungsfälle aus verschiedenen Branchen: So berichtete Marvin Reuter, Konstrukteur bei der Lorenz Hasenbach GmbH (HACA-Leitern), wie sein Unternehmen den Verkaufsprozess trotz großer Produktvariabilität enorm beschleunigte. HACA nutzt Lino 3D web zur Konfiguration und Visualisierung. Damit hat sich die Durchlaufzeit auf ein Drittel reduziert.
Über die Möglichkeiten, einen durchgängigen Systembaukasten vom Angebot bis zur Inbetriebnahme zu etablieren, sprach Max Windholz von der SOMIC Verpackungsmaschinen GmbH. Sein Fazit: Mit Tacton Design Automation und Lino 3D layout funktioniert das selbst bei individuellen Kundenmaschinen.
Stellvertretend für Zermec, einen Anbieter von hochvariablen und komplexen Klappsystemen für die Pharmaindustrie, demonstrierte Lino-Berater Clemens Ambrosius, wie sich Auftragsprozesse allein über Tacton Design Automation abwickeln lassen – inklusive aller benötigten Fertigungszeichnungen, Stücklisten und vereinfachten Kundenmodellen.

Hands-On-Workshops für angehende Praktiker

Die praxisnahen Workshops der DSAK sind für viele Tagungsbesucher eine willkommene Möglichkeit, unter Anleitung von Lino-Beratern selbst einmal Funktionsweise und das Look and Feel der Softwarelösungen zu testen. Zum Beispiel den Start in eine regelbasierte 3D-Aufstellplanung mit Lino 3D layout. Hier konnten die Teilnehmer mit dem Add-On zu Solidworks erfahren, wie unkompliziert selbst komplette Anlagen zu projektieren sind. Denn über die regelbasierte und intelligente Kopplungslogik lassen sich Maschinen und Anlagenkomponenten fehlerfrei zusammenstellen und in der Planung oder dem Vertrieb nutzen. Im Anschluss gab es reichlich Gelegenheit, mit den Workshop-Leitern auch konkrete Anwendungsfälle und Fragen zu besprechen.

Save the date!

Die nächste Design & Sales Automation Konferenz der Lino GmbH findet am 22. / 23. Mai 2019 in Wiesbaden statt.
Wir danken herzlich unseren Referenten, Partnern und Sponsoren für ihre Inspiration und Unterstützung.

Ihr Lino Team

Für Anwender ist die Lino Fachtagung eine hervorragende Gelegenheit, den eigenen Horizont etwas zu erweitern. Bei der DSAK interessierte uns vor allen Dingen, wie Lino in anderen Unternehmen eine tiefe ERP-/PDM-Integration von Engineering und Konfiguration umgesetzt hat. Besonders spannend war schließlich auch die mögliche Endausbaustufe – inklusive Web-Shop-Integration.

Alexis Gmelin, Produktentwicklung, Wandres GmbH micro-cleaning, Stegen