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Fördermittel & Hebezeuge: Vom Kundenwunsch zur PDM-Freigabe in einer Stunde

Fachartikel 1 Min. Lesezeit
Foerdertechnik Konfiguration

Wie motion06 den Vertrieb mit Konstruktion und Fertigung verbindet

Eine Gurtkurve für ein Gepäckabfertigungssystem auszukonfigurieren dauerte bei motion06 früher bis zu 30 Stunden. Heute sind es 10 Minuten.

Fördertechnik ist Baukastengeschäft unter Projektdruck

Wer Fördertechnik baut, verkauft selten ein fertiges Produkt. Hersteller setzen Anlagen aus standardisierten Modulen zusammen: Gurtkurven, Antriebe, Getriebe, Tragwerke. Jedes Projekt verlangt eigene Längen, Radien und Lasten, und jede Halle setzt eigene Grenzen: Stützenabstände, Dachbinder, Medientrassen. Ein Angebot durchläuft nach Branchenerfahrung drei bis fünf Schleifen zwischen Vertrieb, Projektierung und Konstruktion und dauert meist Wochen. Bei Kranen und Hebezeugen kommen Normen wie EN 15011 und EN 14492 hinzu, die in jeder Konfiguration erfüllt sein müssen.

Ausgangslage bei motion06

Der österreichische Maschinen- und Anlagenbauer motion06 fertigt Transportmodule und Gepäckabfertigungsmaschinen. Zu den Kunden zählen über 70 Flughäfen weltweit und Distributoren wie DHL und UPS. Das Unternehmen wuchs schneller als seine Prozesse. Vertrieb und Konstruktion konfigurierten und kalkulierten Gurtkurven in Excel mit einem einfachen Regelwerk, planten Anlagenlayouts in Solidworks® und hatten keine belastbare Anbindung an das ERP-System.

Die Konfiguration selbst ist anspruchsvoll, weil Kurvendesign, Antriebseinheit und Getriebetyp voneinander abhängen. Wer einen Parameter ändert, muss die anderen neu prüfen. Bei Flughafenprojekten bleibt dafür kaum Zeit.

Was Lino für motion06 optimiert hat

motion06 entwarf eine Digitalisierungsstrategie mit einer durchgängigen Kette von Vertrieb über Projektierung und Konstruktion bis zur Fertigung, ohne Medienbrüche. Lino lieferte dafür Lösungen aus einer Hand: Konfiguration und Kalkulation, automatisierte Konstruktion und Anlagenplanung. Zusätzlich setzte Lino die ERP-Integration um. Details stehen im Anwenderbericht.

Der Ablauf heute: Der Vertrieb konfiguriert die Gurtkurve und kalkuliert sie. Die Konstruktion entsteht automatisch aus dem Konfigurationsergebnis. Die Anlagenplanung und das ERP-System greifen auf dieselben Daten zu. Anschließend gibt das System das Ergebnis im PDM automatisch frei und reicht es an den Einkauf weiter.

Ergebnis in Zahlen

  • Auskonfigurieren einer Gurtkurve: früher bis zu 30 Stunden, heute nur 10 Minuten.
  • Gesamtprozess bis zur automatischen PDM-Freigabe und Weitergabe an den Einkauf: kaum eine Stunde.
  • Vertriebsmitarbeiter konfigurieren auch komplexe Produkte direkt beim Kunden, einschließlich Freigabe und individuellem Angebot.

Laut dem Konstruktionsleiter von motion06 entstanden allein im ersten Jahr rund 500 Varianten der Kurvengurtförderer. Die Beschleunigung entspricht der Arbeitszeit von zwei Kollegen, die sich nun auf Kernaufgaben konzentrieren.

Einordnung

Das Beispiel zeigt das Prinzip der Engineering Automation: Ein Unternehmen hinterlegt Konfigurationsregeln und Konstruktionslogik einmal und lässt sie danach automatisch ausführen. Eine reine Verbindung der Systeme genügt dafür nicht. Entscheidend ist ein Regelwerk, das festlegt, wie sich die Systeme verhalten. Lino Hub dient dabei als Integrationsplattform, die CPQ, CAD, ERP und PDM über standardisierte Konnektoren verbindet.