Manuelle Übergaben kosten mehr als Ingenieursstunden
Wer im Maschinen- oder Anlagenbau täglich erlebt, wie dieselben Produktdaten in CAD, PDM, ERP und CRM separat gepflegt werden, kennt das Ergebnis: Fehler, die sich durch die gesamte Auftragsabwicklung ziehen und Konstrukteure, die Routineaufgaben bewältigen statt Entwicklung voranzutreiben. Laut einer internen Auswertung von Lino-Kundenprojekten entstehen in typischen Engineering-Prozessen bis zu 30% aller Fehler durch redundante, manuelle Dateneingaben zwischen Systemen. Diese Fehler sind nicht das Ergebnis mangelnder Sorgfalt – sie sind das Ergebnis einer Prozessarchitektur, die auf manuellen Datentransfer aufbaut.
Engineering Automation setzt an diesem Punkt an: datengetriebene Automatisierungslösung, die sich nahtlos in die vorherrschende Systemarchitektur integrieren lässt und vier essentielle Automatisierungsebenen zu einer durchgängigen Prozesskette verbindet.
Was Engineering Automation konkret bedeutet
Engineering Automation bezeichnet die regelbasierte Digitalisierung technischer Abläufe – von der Konfiguration variantenreicher Produkte über die automatische CAD-Konstruktion bis zur fehlerfreien Übergabe von Stücklisten und Fertigungsdaten an ERP und PDM. Die vier Ebenen dieser Architektur greifen systematisch ineinander:
- Configuration Automation überführt komplexe Produktvarianten in regelbasierte Konfigurationslogiken. CPQ-Systeme (Configure, Price, Quote) erzeugen automatisch Angebote auf Basis technisch und kaufmännisch validerierter Daten. Vertrieb und Konstruktion arbeiten erstmals auf einer gemeinsamen Datenbasis.
- Design Automation generiert aus den Konfigurationsergebnissen automatisch 3D-CAD-Modelle, 2D-Zeichnungen und Stücklisten. Produktwissen wird einmalig in Regelwerke überführt, die jede Variante prüfen, dokumentieren und ausgeben – ohne Wiederholungsaufwand für den Konstrukteur.
- Integration Automation verbindet CAD, CAM, CPQ, PDM/PLM, ERP und CRM über eine zentrale Plattform, den Lino® Hub. Bidirektionale Datenflüsse und standardisierte Konnektoren stellen sicher, dass keine Information doppelt eingegeben oder manuell übertragen wird.
- Intelligent Automation ergänzt die regelbasierte Logik um KI-gestützte Agenten, die bei der Anforderungserfassung, Designoptimierung und Prozesssteuerung unterstützen. Alle Automatisierungsentscheidungen bleiben erklärbar, auditierbar und normkonform – Human-in-the-Loop ist architektonisch verankert.
Warum klassische Systemintegration nicht ausreicht
- Systemintegration verbindet Systeme und sorgt für Datenaustausch. Sie regelt aber nicht, wie sich verbundene Systeme unter realer Komplexität verhalten. Sobald ein Vertriebsmitarbeiter eine Sondervariante konfiguriert, die in keinem Standard-Template vorgesehen ist, bricht der automatisierte Ablauf ab – und ein Ingenieur übernimmt manuell.
- Engineering Automation schafft eine übergeordnete Definitionsebene: Produktlogik wird einmalig formuliert und danach konsistent über alle beteiligten Systeme hinweg ausgeführt – unabhängig davon, ob die Ausführung in CAD, CPQ, PDM oder ERP stattfindet. Das Ergebnis sind deterministische, nachvollziehbare Prozesse, die auch unter Variantenvielfalt beherrschbar bleiben.
- Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Hersteller von Fördertechnik mit über 2.000 aktiven Produktvarianten reduzierte seine Angebotsdurchlaufzeit nach Einführung einer Engineering-Automation-Architektur um 40%. Die Konstruktionsabteilung verarbeitete dieselbe Auftragsmenge mit 25% weniger Ressourcen, weil Routineaufgaben automatisiert und Kapazitäten für Entwicklungsarbeit freigesetzt wurden.
Produktivnutzen in unter 30 Tagen
Ein häufiges Argument gegen Automatisierungsprojekte ist die Einführungszeit. Lino begegnet diesem Einwand mit einem modularen Ansatz: Standardisierte Softwarebausteine, bewährte Branchentemplates und ein klar abgegrenzter Proof-of-Concept mit Ergebnisgarantie ermöglichen messbaren Produktivnutzen in weniger als 30 Tagen. Die Skalierung auf weitere Use Cases und Unternehmensbereiche erfolgt schrittweise.
Die gemessenen Zielgrößen aus abgeschlossenen Projekten: 25–50% kürzere Durchlaufzeiten, über 30 % weniger Konstruktionsfehler, 99,9% Systemverfügbarkeit.